Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ermöglicht die Untersuchung von Embryonen, die durch In-vitro-Fertilisation (IVF) entstanden sind, bevor sie in die Gebärmutter übertragen werden. Ziel ist es, genetische Abweichungen zu erkennen, die zu frühen Fehlgeburten oder zur Schädigung des Fötus führen, und sicherzustellen, dass nur gesunde Embryonen mit einer besseren Aussicht auf eine erfolgreiche Schwangerschaft übertragen werden.
Die PID kann hilfreich sein, wenn Sie sich Sorgen über erbliche Erkrankungen oder Komplikationen in der Schwangerschaft machen, denn sie erkennt genetische Probleme bereits vor dem Embryotransfer in die Gebärmutter. Eine PID kommt in Betracht, wenn:
Die PID erhöht die Wahrscheinlichkeit, ein Embryo mit einem günstigen genetischen Befund zu übertragen, und damit auch die Aussicht auf die Geburt eines gesunden Kindes. Sie stellt jedoch keine pauschale Garantie dar. Deshalb wählen wir stets sorgfältig das passende Verfahren aus, erläutern verständlich dessen Möglichkeiten und Grenzen und empfehlen das weitere Vorgehen entsprechend der jeweiligen Situation des Paares.
Unser Ziel ist es, dass Sie den gesamten Ablauf verstehen, sich sicherer fühlen und mit Vertrauen entscheiden können. Wir begleiten Sie durch die einzelnen Schritte einfühlsam, fachkundig und mit größtmöglicher Rücksicht auf Ihre Situation.
Die PID umfasst je nach genetischem Risiko, das beim Embryo betrachtet wird, mehrere Verfahren. Üblicherweise unterscheiden wir drei Hauptgruppen:
Das passende PID-Verfahren wählen wir stets anhand der konkreten genetischen Situation des Paares, der Anamnese sowie der Ergebnisse vorheriger Untersuchungen und des bisherigen IVF-Verlaufs aus.
Die PGT-A ist eine genetische Untersuchung auf Chromosomenstörungen beim Embryo vor dem Transfer in die Gebärmutter der Mutter. Sie hilft festzustellen, ob der Embryo die korrekte Anzahl an Chromosomen aufweist. Fehlt ein Chromosom oder ist es umgekehrt zusätzlich vorhanden, spricht man von einer Aneuploidie.
Embryonen mit einer fehlerhaften Chromosomenzahl nisten sich in der Gebärmutter häufig nicht ein oder können zu einem frühen Schwangerschaftsverlust führen. In seltenen Fällen kann eine Chromosomenabweichung auch zur Geburt eines Kindes mit einer genetischen Erkrankung wie dem Down-Syndrom führen.
Das Aneuploidie-Risiko steigt um das 35. Lebensjahr der Frau deutlich an. Die Wahrscheinlichkeit, einen Embryo mit der korrekten Chromosomenzahl zu finden, nimmt dann rasch ab. Kurz vor Eintritt der Menopause liegt eine Aneuploidie praktisch bei jeder Eizelle vor.
Die PGT-A wird von einer klinischen Genetikerin oder einem klinischen Genetiker vor allem in Situationen empfohlen und indiziert, in denen ein erhöhtes Risiko einer Chromosomenstörung beim Embryo besteht, zum Beispiel:
Die PGT-A kann somit dazu beitragen, einen Embryo mit normaler Chromosomenzahl auszuwählen, die Erfolgsaussichten des Transfers zu erhöhen und das Risiko einer frühen Fehlgeburt zu verringern. So verkürzt sich der Zeitraum bis zu einer erfolgreichen Schwangerschaft und der Geburt eines gesunden Kindes.
Die untersuchten Embryonen lassen sich auf Grundlage des Untersuchungsergebnisses und der Empfehlung zum weiteren Vorgehen in vier Hauptgruppen einteilen:
Embryo wird zum Transfer in die Gebärmutter empfohlen
Embryo wird nach Rücksprache mit einer klinischen Genetikerin oder einem klinischen Genetiker zum Transfer in die Gebärmutter empfohlen
Embryo wird nicht zum Transfer in die Gebärmutter empfohlen
Beim Embryo konnte kein Ergebnis ermittelt werden und er bleibt genetisch nicht untersucht
Die PGT-M ist eine genetische Untersuchung von Embryonen für Paare mit einem bekannten Risiko einer bestimmten erblichen Erkrankung, die durch eine Veränderung in einem einzelnen Gen verursacht wird. Dabei kann es sich beispielsweise um Mukoviszidose, spinale Muskelatrophie, die Huntington-Krankheit, bestimmte erbliche Tumorsyndrome oder andere schwerwiegende genetische Diagnosen in der Familie handeln.
Ziel der PGT-M ist es, einen Embryo für den Transfer auszuwählen, bei dem die spezifische, mit der jeweiligen Erkrankung verbundene genetische Veränderung nicht nachgewiesen wurde. Die Untersuchung kann somit das Risiko, dass ein Kind mit einer schweren erblichen Erkrankung zur Welt kommt, deutlich verringern.
Die PGT-M kann insbesondere dann geeignet sein, wenn:
Die PGT-M wird stets individuell auf die konkrete genetische Diagnose in der Familie zugeschnitten. Vor der eigentlichen Untersuchung sind daher ein Gespräch mit einer klinischen Genetikerin oder einem klinischen Genetiker sowie die Vorbereitung des Laborprotokolls für die jeweilige Familie unerlässlich.
Die PGT-SR ist für Paare gedacht, bei denen eine Partnerin oder ein Partner eine strukturelle Chromosomenumlagerung aufweist, etwa eine Translokation oder Inversion. Der Träger einer solchen Umlagerung kann selbst völlig gesund sein, doch bei der Bildung von Eizellen oder Spermien kann ein höherer Anteil von Embryonen mit unausgeglichener Chromosomenausstattung entstehen.
Embryonen mit einer unausgeglichenen Chromosomenveränderung nisten sich häufig nicht ein, können zu wiederholten Fehlgeburten oder, seltener, zur Geburt eines Kindes mit einer Chromosomenstörung führen. Ziel der PGT-SR ist es, einen Embryo ohne unausgeglichene Chromosomenumlagerung für den Transfer auszuwählen.
Die PGT-SR kann insbesondere dann geeignet sein, wenn:
Dieser Prozess beginnt mit einer genetischen Beratung, bei der auf Grundlage der Anamnese und der genetischen Untersuchungsergebnisse entschieden wird, ob PGT für das jeweilige Paar geeignet ist und welche Art von PGT infrage kommt.
Alle Arten der PGT erfordern einen Zyklus der In-vitro-Fertilisation (IVF), damit die gewonnenen Embryonen genetisch untersucht werden können. Der gesamte Prozess beginnt nach der Erstkonsultation mit dem IVF-Arzt und dem Einsetzen der Menstruation.
Nach 12 bis 15 Tagen kontrollierter ovarieller Stimulation erfolgt die Eizellentnahme.
Sobald die Eizellen mit Spermien befruchtet wurden, werden sie bis zum Blastozystenstadium kultiviert, das der Embryo in der Regel 5 oder 6 Tage nach der Eizellentnahme erreicht.
In dieser Phase wird eine Biopsie durchgeführt, bei der jedem Embryo einige Zellen, in der Regel 5 bis 10, für die genetische Untersuchung entnommen werden. Dieser Eingriff wird von einem erfahrenen Embryologen durchgeführt. Die biopsierten Embryonen werden anschließend eingefroren, also vitrifiziert, und warten auf die Ergebnisse der genetischen Untersuchung.
Die Biopsieproben des Trophektoderms werden zur Untersuchung an unser genetisches Labor GNTlabs by Gennet übergeben. Die genetische Untersuchung wird mithilfe von PCR-basierten Methoden und unter Einsatz modernster Technologien durchgeführt, darunter Next Generation Sequencing (NGS) und GSA.
Die Testergebnisse liegen je nach Art der durchgeführten Untersuchung innerhalb von 2 bis 4 Wochen vor. Bei einem unauffälligen Ergebnis wird das Embryo in einem der folgenden Zyklen transferiert.
Anschließend bereiten wir die Gebärmutter der Patientin auf den Embryotransfer vor. Geeignete Embryonen werden aufgetaut und in die Gebärmutter übertragen, während die verbleibenden Embryonen für eine mögliche zukünftige Verwendung aufbewahrt werden.
Der Transfer von Embryonen mit genetischen Abweichungen verläuft häufig erfolglos und kann zu Fehlgeburten führen. Kommt es zu einer solchen Fehlgeburt und ist eine Ausschabung der Gebärmutterhöhle erforderlich, kann sich der nächste Transferversuch um mehrere Monate verzögern.
Vor der Entscheidung für eine PID empfiehlt sich eine fachliche Beurteilung aller individuellen Umstände des behandelten Paares. Hierbei hilft ein Gespräch mit einer IVF-Spezialistin oder einem IVF-Spezialisten, die oder der die PID anschließend in den Behandlungsplan aufnehmen kann.
Haben Sie weitere Fragen oder möchten Sie einen Beratungstermin vereinbaren?
Wir können alle monogenen Erkrankungen testen, vorausgesetzt, die pathogene genetische Variante (Mutation), die die Erkrankung in der Familie verursacht, wurde bereits identifiziert und kann bei den Embryonen gezielt untersucht werden. Jede Untersuchung wird individuell für die konkrete Familie, das Gen und die Mutation vorbereitet.
Vor Beginn des IVF-Zyklus ist daher immer eine Beratung durch einen klinischen Genetiker erforderlich, an die sich die labortechnische Vorbereitung des Tests anschließt. Diese kann zusätzliche Untersuchungen der Partner oder weiterer Familienmitglieder sowie die Überprüfung umfassen, ob die betreffende Mutation bei den Embryonen zuverlässig nachgewiesen werden kann.
Erst danach kann PGT-M sicher in die IVF-Behandlung einbezogen werden.
Zu den häufig untersuchten Erkrankungen gehören zum Beispiel:
Ja, aber nur in medizinisch begründeten Fällen. PGT dient nicht dazu, das Geschlecht des Kindes nach dem Wunsch der Eltern auszuwählen. Das tschechische Gesetz erlaubt die Geschlechtswahl im Rahmen der assistierten Reproduktion nur in Fällen, in denen dadurch eine schwere genetisch bedingte, geschlechtsgebundene Erkrankung verhindert werden kann.
Typische Beispiele sind bestimmte X-chromosomal vererbte Erkrankungen wie Hämophilie oder Duchenne-Muskeldystrophie, bei denen das erhöhte Risiko für die Entwicklung der Erkrankung mit dem männlichen Geschlecht des Kindes verbunden ist.
Die Entnahme weniger Zellen durch erfahrene Embryologen ist sicher. Studien zeigen, dass sich die Einnistungschancen nicht von denen ohne Biopsie unterscheiden.
Ein klinischer Genetiker muss das Verfahren empfehlen, und beide Partner müssen schriftlich zustimmen.
Wenn PGT vom Genetiker nach den Kriterien der Fachgesellschaft empfohlen wird, werden die Kosten übernommen – auch bei nicht gedeckten IVF-Zyklen (z. B. Frauen über 40 oder Paare ohne Anspruch auf weitere gedeckte Zyklen). Kostenpflichtig bleiben lediglich Zusatzleistungen wie spezielle Mikromanipulationen.
Wenn PGT-A nicht erstattungsfähig ist, bieten wir die Untersuchung zur Selbstzahlung an. Der Preis richtet sich nach unserer aktuellen Klinikpreisliste – Details besprechen wir gerne mit Ihnen.
Eines unserer Teammitglieder wird sich in Kürze über Ihre bevorzugte Kommunikationsmethode bei Ihnen melden.
Eines unserer Teammitglieder wird sich in Kürze über Ihre bevorzugte Kommunikationsmethode bei Ihnen melden.
Eine genetische Beratung hilft Ihnen, Ihre gesundheitliche Situation, Ihre Familienanamnese und mögliche erbliche Faktoren besser zu verstehen. Unsere Spezialisten geben Ihnen fachkundige Empfehlungen und zeigen die nächsten Schritte auf.